Pop Rocky

SEMF Shitstorm

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Kaum ist der Sommer vorbei zieht ein großer Shitstorm über Stuttgart rein. Zumindest was das diesjährige SEMF-Festival angeht. 10 Jahre SEMF – 10 Jahre Techno. Das ist das Motto und mit den ersten beiden Headlinern Fritz Kalkbrenner und Chris Liebing wurde man dem erst mal gerecht. Gestern haben die Veranstalter den dritten Headliner bekanntgegeben und ich gehe mal davon aus, daß man sich bewußt war, dass diesen Act nicht jeder prickelnd finden wird. Ob man aber mit solch einem Shitstorm gerechnet hat? Auslöser des Ganzen ist der Stuttgarter DJ LE SHUUK. Seit einiger Zeit geht es bei Ihm mächtig bergauf; Clubs und Festivals in ganz Deutschland geben gutes Geld dafür aus um Ihn als Headliner in Ihren Club zu holen. Und das wahrscheinlich aus zwei Gründen: weil er zwischenzeitlich einen hohen Bekanntheitsgrad hat und vor Ort abliefert. Was er macht macht er richtig gut. Ob man das musikalisch gut findet oder nicht ist erst mal egal bzw. jedem seine Sache. Jedenfalls kommt hier mal weider das altbekannte Stuttgarter Phänomen zum Vorschein: erst mal jeden haten, der Erfolg hat. Bloß keinem den Erfolg gönnen. Ist ganz wichtig wenn man in Stuttgart lebt. Soviel mal dazu.

Und jetzt erst mal noch ein bisschen Salz in die Wunde aller Hater; der LE SHUUK announced seinen Gig beim SEMF-Festival folgendermaßen:

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Kommen wir zur anderen Seite: dem Promoter. Mit der SEMF haben wir in Stuttgart eines der wichtigsten Festivals in Süd-Deutschland und ich denke, daß man sich damit auch deutschlandweit nicht zu verstecken braucht. Ich kann vor den Machern nur den Hut ziehen, mit wie viel Engagement man an dieses Projekt rangeht. Auch wenn es jedes Jahr aufs Neue wieder Disse gibt. Das Festival steht top da, hat ein super Line Up und ist zwischenzeitlich fester Bestandteil in fast jeder Dezember-Planung. Was das diesjährige Line Up angeht, so sind bisher erst drei Acts bekanntgegeben worden. Die Jungs vom SEMF-Festival haben schon in den letzten Jahren mit Acts wie Robin Schulz oder Gestört aber Geil auf massenkompatible DJs gesetzt, die momentan angesagt sind, allerdings nicht den typischen SEMF-Sound verkörpern. Nun kann man sich darüber aufregen oder einfach auf einen anderen Floor gehen. Gibt ja einige davon. Muß sich ja keiner anhören. Oder man hakt das einfach unter dem Stichwort “Vielfalt” ab. Leben und leben lassen.

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Dieser Post hier bringt einiges auf Punkt. Man könnte auch sagen, daß Techno-Hörer (stellvertretend für Underground-Musik) absolute Musik-Nazis sind und keine andere Musik neben sich dulden. Daß diese Art von elektronischer Musik “ehrlicher” ist als EDM dürfte Fakt sein. Trotzdem ist eine Vielfalt, gerade was Musik anbelangt, ungeheuer wichtig. Jetzt könnte man wieder die Diskussion beginnen, daß die meisten Techno-Acts mittlerweile viel höhere Gagen als früher bekommen, weil diese auf dem zweiten oder dritten Floor eines EDM-Festivals spielen können. Diese Menge an Festivals gab es vor EDM in dieser Größenordnung nicht. Und solange “Techno”-Acts wie Solomun und Luciano neben David Guetta im Pacha auf Ibiza Ihre eigene Nacht abhalten, sollte man sich selbst fragen, ob man die fette Kohle für einen Teil seiner Credibility liegen lassen würde.
Jedenfalls ist es jetzt so wie es ist: der LE SHUUK wird spielen; denn ein Rückzieher zu machen wäre für den Promoter ein fatales Zeichen.

Unterm Strich soll jeder selbst entscheiden, ob er auf die SEMF geht. Wenn es wirklich an nur einem DJ scheitern sollte würde ich mir mal überlegen, ob meine Scheuklappen nicht zu festgezogen sind. Denn man verpasst dadurch ein klasse Festival mit vielen, tollen Acts.

Hier alle Infos zum SEMF-Festival:
10 Jahre SEMF
Samstag, 10.12.2016
Messe Stuttgart
Tickets ab €49,50 + VVK-Gebühr
Bisher bestätigte Acts: Fritz Kalkbrenner, Chris Liebing, Le Shuuk

Im Netz hagelt es richtig fett Kritik:

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Nachfolgend noch ein paar (vorwiegend kritische) Kommentare zu diesem Thema:

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