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Portugal Part 4: Robin Hood & West Coast

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Nach zwei Tagen Sagres ging es weiter die Westküste entlang hoch bis etwa 100 Kilometer vor Lissabon. Das Ziel war eine kleine Holzhütte irgendwo im Landesinneren. Die Landstraße war kaum befahren und ich konnte mit meinem Racing-Twingo kräftig Gas geben. Auf dem Weg gab’s natürlich jede Menge Stopps an verschiedenen Stränden. Überall mal kurz ins kalte Meer reinhüpfen war Pflicht. Kurz vor meinem nächsten Ziel ging es wieder einmal querfeld ein in die Pampa und nach ein paar Minuten waren die beiden, kleinen Holzhütten zu sehen. Eine davon war meine. Die mit dem Robin Hood an der Wand. Hinter den Hütten war das Haupthaus in dem mich die Barbara empfangen hat. Als ich die Hütte im Netz entdeckt hatte war ich gleich Feuer um Flamme. Wurde sofort gebucht. Dabei habe ich gar nicht gesehen, daß es bei der Hütte noch eine Gemeinschaftsfläche gibt. Und die war mächtig groß: eine riesige Küche, Wohnbereich, Außenbereich, Pool, Garten. Und alles abartig schön dekoriert. Das hat die Barbara echt schön gemacht. Sehr geschmackvoll, an jeder Ecke tolle Details. Wirklich was fürs Auge. Nun aber schnell zur Hütte gehüpft. Über ein paar Treppen ging es hinein in das Holzhaus. Der erste Eindruck: klein aber fein. Auf etwa 20qm war ein Bett und ein Bad. Plus ein geräumiger Balkon von dem aus man nachts in den Sternenhimmel glotzen konnte. Das Zimmer war mit dem nötigsten eingerichtet. Keine Klimaanlage, kein Schrank, kein Kühlschrank. Dafür aber diese tolle Robin Hood-Collage über eine komplette Wand und unendliche Ruhe.

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Alles, was man sonst noch so brauchte, gab es im Haupthaus. In der Küche konnte man sich wahlweise am Kühlschrank, an der Kaffeemaschine oder an der Bar im Wohnbereich bedienen und einfach in eine Liste eintragen, was man sich genommen hat. Oder man hat der Haushälterin gesagt was man möchte. Die hat dann schon mal auf die Schnelle ein paar Pfannkuchen oder frischen O-Saft gezaubert.

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Barbara war fast 20 Jahre beim Fernsehen in Lissabon tätig und Ihr Mann ist Architekt. Ihr Rückzugsort vom Alltagsstress war ein kleines Ferienhaus, das Sie vor kurzem um einen großen Anbau erweitert haben. Hinzu kamen die beiden Holzhütten. Und ein Leben als Aussteiger. Beide sind von Lissabon in die Pampa gezogen und leben nun hier von der Vermietung der Zimmern auf Ihrem Grundstück, das den Namen TERRA DO SEMPRE trägt. Das ganze Anwesen ist mit so viel Liebe zum Detail realisiert worden, daß man stundenlang Fotos machen könnte. Und immer entdeckt man wieder was Neues. Die Gastgeber waren so herzlich und alles war so harmonisch. Deren Kinder sind auch immer irgendwo im Haus rumgesprungen und so war Leben in der Bude. Man fühlte sich gleich aufgenommen, konnte sich aber auch jederzeit zurückziehen und für sich sein.

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Am Abend war ich noch kurz in der nahegelegenen Stadt Grandola, was ich mir hätte sparen können. Danach dann wieder in der Hütte. Drinnen wars warm, draußen kalt. Also erst noch bissl in den Himmel geschaut und dann bei offener Türe gepennt.

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Am nächsten Morgen war wieder Beach-Action angesagt. Kurz mal rüber ins Haupthaus wo die Haushälterin schon gewartet hat. Der Pancakes-Teig war im Thermomixer drin und die geschälten Orangen startklar im Mixer. Und die Nespresso-Maschine hat den ersten guten Kaffee seit Ankunft in Portugal ausgespuckt.

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Etwa eine Stunde Autofahrt entfernt ist Troia. Troia liegt auf einer Landzunge die den reichen Portugiesen vorbehalten wird. Zwar kann jeder bis zum Ende durchfahren, allerdings gibt es außer vielen Villen-Baustellen nicht viel zu sehen. Durch die Nähe zu Lissabon und dem kleinen Fährhafen ist das wohl der Hot Spot für Leute mit fett Asche. Nicht zuletzt, weil hier auch mega lange Strände auf beiden Seite der Landzunge sind. Der Strand in Troia ist ganz nett, liegt allerdings an einer kleinen Stadt. Da hat mir der Praia da Comporta oder der Praia Atlantica besser gefallen. Letzterer liegt an einem kleinen, abgesperrten Wohngebiet. Zwei Restaurants, eine Beach Bar. Und wie immer gilt: wer ein paar Minuten nach links oder rechts läuft findet immer ein Plätzchen, an dem er alleine chillen kann. Zwischen den Stränden, welche man anfahren kann, liegen kilometerlange Strände die fast keiner kennt. Man sieht immer wieder Autos am Straßenrand parken. Wer 5-10 Minuten über die hügelige Pampa läuft hat einen Strand für sich allein. Wirklich schade, daß so schöne, weitläufige Strandabschnitte nicht “erschlossen” wurden und nun überall teure Villen hingebaut werden. Aber das ist wohl der Lauf der Dinge.

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Das war’s dann auch schon. 2 Nächte mit Robin Hood und einer tollen Familie, die für sich und Ihre Gäste eine schöne Oase geschaffen hat. Hier wird’s mich definitiv nochmal herverschlagen.

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Part 4 von 7.
Part 1: Glamping & Algarve East
Part 2: Morgado Golf Hotel & mittlere Algarve
Part 3: Casa Azul & Sagres & Surferküste
Part 5: Lissabon
Part 6: Was die Portugiesen können. Und was NICHT.
Part 7: Türen in Portugal

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